Zahlreiche Familien wünschen sich nichts sehnlicher als einen vierbeinigen Begleiter. Familienhunde sollen verspielt sein, kinderfreundlich, tolerant und loyal. Ein Freund, der seine Familie durch dick und dünn begleitet, mit ihr schöne Erlebnisse teilt, über misslungene Schulnoten hinwegtröstet und sich abends mit allen zusammen auf die Couch kuschelt. Doch nicht jede Hunderasse kann diesen Wünschen gerecht werden, also gilt: Augen auf bei der Hundewahl!

Bevor die Suche nach dem passenden Familienmitglied losgeht, muss einiges beachtet werden. Ganz zu Beginn, sollte gut überlegt werden, ob es überhaupt möglich ist einen Hund und alle damit verbundenen Kosten finanzieren zu können. Dazu gehören nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Ausgaben für Futter, Zubehör, regelmäßige Tierarztbesuche und Versicherungen. Zusätzlich sollte je nach Wohnsituation das Einverständnis des Vermieters eingeholt werden, um zu vermeiden den Hund im schlimmsten Fall wieder abgeben zu müssen.

Sobald die Grundlagen geklärt sind, kann das Projekt Familienhund starten. Nicht jeder Hund passt zu jeder Familie – also ist es hilfreich genau zu überlegen, wie das zukünftige Leben mit Vierbeiner aussehen soll. Soll es ein ruhiger, gemütlicher Begleiter sein oder ein ausdauerndes Energiebündel? Um die Wahl vielleicht etwas zu erleichtern, haben wir 5 verschiedene, beliebte Hunderassen mal etwas unter die Lupe genommen:

1. Labrador Retriever
Labradore sind die beliebtesten Familienhunde.
Der Labrador Retriever ist seit vielen Jahren die beliebteste Hunderasse.

Seit vielen Jahren ist der Labrador Retriever die beliebteste Hunderasse in Deutschland und Österreich. Und das ist nicht einfach so passiert. Der ursprünglich aus Kanada stammende Stöber- und Apportierhund glänzt durch sein freundliches und gelehriges Wesen. Er ist gutmütig, fröhlich und baut eine enge Verbindung zu seinen Besitzern auf. Durch seinen ausgeprägten „Will-To-Please“ – dem Wunsch zu gefallen – eignet er sich wunderbar für Anfänger, vorausgesetzt diese stecken von Anfang an genügend Zeit in die Erziehung. Nur auf dem Sofa rumzusitzen wird ihm auf Dauer zu langweilig. Er mag es, sich mit seinen Menschen auszutoben und ist ein toller Begleiter beim Joggen oder Fahrrad fahren. Mit einer Schulterhöhe von 54-57cm zählt er zu den größeren Hunden, eine Wohnung oder ein Haus mit Garten sollten also ausreichend Platz bieten.

2. Französische Bulldogge
Die Französische Bulldogge wird als Familienhund immer beliebter.
Die Französische Bulldogge werden immer beliebtere Familienhunde.

Die Französische Bulldogge ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Mit ihrem sanften, treuen Wesen ist sie bestens als Familienhund geeignet. Aufgrund ihrer Größe von maximal 35cm können auch Kinder problemlos mit ihr spazieren gehen. 

Besonders für Familien, die in einer Stadtwohnung wohnen, ist die Französische Bulldogge eine gute Wahl. Denn dank ihrer unkomplizierten Art und dem Wunsch nah bei den Menschen zu sein, ist sie auch in städtischem Umfeld ein angenehmer Begleiter.
Leider bringt diese Rasse oft gesundheitliche Probleme mit sich. Durch ihre platte Nase und die verkürzten Atemwege bekommt sie bei zu starker Anstrengung schlecht Luft. Dazu kommt, dass diese Hunde oft zu schwer für ihren kleinen Körper sind, was sich auf die Knochen, Bänder und Gelenke auswirken kann. Die hohe Nachfrage in den letzten Jahren hat zusätzlich dazu geführt, dass unseriöse Züchter versuchen viel Geld mit kranken Bully-Welpen zu verdienen.

3. Chihuahua
Der Chihuahua eignet sich gut für Familien, die in einer kleinen Wohnung leben.
Chihuahuas dürfen trotz ihrer kleinen Größe nicht unterschätzt werden.

Quirlig, mutig und manchmal auch etwas Vorlaut gegenüber großen Artgenossen – der Chihuahua, ein selbstbewusstes, lebhaftes und temperamentvolles Energiebündel. Mit seinen etwa 15 bis 25 Zentimeter Körpergröße gehört er zu den kleinsten Hunderassen, aber aufgepasst: Auch ein kleiner Chihuahua ist ein Lebewesen und hat dementsprechende Bedürfnisse. Wie jeder andere Hund muss er konsequent erzogen werden und braucht ausreichend Aufmerksamkeit und Beschäftigung.

Wer überlegt, sich einen Chihuahua anzuschaffen, sollte auch daran denken, dass die Rasse sich stark an ihre Bezugsperson bindet und es nicht mag lange allein zu sein. Aufgrund seiner Größe kann er aber fast überall hin mitgenommen werden, wodurch solche Situationen vermieden werden können. Wichtig ist auch, einem Chihuahua mehrmals am Tag kleine Portionen Futter zu geben. Denn entsprechend seiner Körpergröße ist auch der Magen sehr klein und kann zu viel Futter auf einmal nur schlecht verwerten.

4. Golden Retriever
Golden Retriever sind als Familienhunde sehr beliebt.
Golden Retriever möchten ihrem Besitzer stets gefallen.

Eine Hunderasse, die sich vor allem durch Offenheit und Fröhlichkeit auszeichnet – der Golden Retriever. Durch seinen ausgeglichenen Charakter und die goldene Optik zählt diese Rasse zu den Beliebtesten. Ursprünglich wurden sie dazu gezüchtet geschossenes Wild aufzustöbern und zu apportieren. Heutzutage sind sie besonders als Familienhunde sehr gefragt. Kein Wunder, denn dank ihrem Wunsch dem Besitzer stets gefallen zu wollen, sind sie in der Regel gut zu erziehen und auch für Anfänger geeignet. Trotzdem ist der Golden Retriever kein Hund, der gerne den ganzen Tag auf der faulen Haut liegt. Er hat einen hohen Bewegungsdrang und liebt jegliche Art von Spiel. Der tolle Charakter kommt erst zum Vorschein, wenn der Hund ausreichend ausgelastet und gefordert wird und in engem Kontakt zu seinen Menschen leben darf.

5. Shetland Sheepdog
Der Shetland Sheepdog sieht aus wie ein Collie in Kleinformat
Shetland Sheepdogs sind besonders für den Hundesport gut geeignet.

Ein Collie in Kleinformat? Nein, der Shetland Sheepdog ist eine eigenständige Rasse, allerdings tatsächlich genetisch eng mit seinem großen Ebenbild verwandt. Und er steht dem Collie in nichts nach: Shelties sind extrem clever, agil und selbstbewusst. Wie der Name schon verrät, stammen diese kleinen Fellnasen von den Shetland-Inseln vor der Atlantikküste Schottlands. Damals zum Schafe hüten gezüchtet, sind sie heute dank ihrer hohen Arbeitsmotivation oft im Hundesport anzutreffen. Shelties wollen beschäftigt werden, sowohl physisch als auch psychisch.
Zwar lässt der Shetland Sheepdog sich grundsätzlich gut erziehen, hin und wieder kann es aber passieren, dass er versucht sich mit seiner Intelligenz und einer Portion schottischer Sturheit gegen seine Menschen durchzusetzen. An dieser Stelle sind Konsequenz und eine gute Bindung gefragt. Wer das leisten kann, gewinnt einen angenehmen Familienbegleiter, der kinderlieb und immer zu einem Spiel bereit ist.

Der perfekte Begleiter

Den perfekten Familienhund zu finden ist eine Herausforderung, aber jede Mühe wert. Rassebeschreibungen können eine hilfreiche Unterstützung sein, trotzdem darf nicht vergessen werden, dass jeder Hund ein Individuum ist und seinen eigenen Charakter entwickelt. 

Ist die Wahl gefallen, sollte sich jeder zukünftige Hundebesitzer eine letzte Sache bewusst machen: Ein Hund wird im Durchschnitt zwischen 10 und 15 Jahre alt. Über diesen gesamten Zeitraum ist er auf seine Familie angewiesen. Wer diese Verantwortung eingehen möchte, wird mit Sicherheit viele glückliche Jahre mit seinem Vierbeiner verbringen.

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